Finaler Aufbau: Teil2

Posted in: Live Test, Musik, Projektionen im Raum, Tanz- Oct 09, 2010 No Comments
Heute beginnt der letzte Teil der finalen Installation. Ich habe die außergewöhnlichste Erfahrung des gesamten Projekteverlaufes gemacht – ich musste heute performen.

Ich muss alles im Blick behalten.

Reinhold und ich haben heute meine Installation getestet. Wir haben uns einige Musikstücke ausgesucht, die wir im Laufe des Abends tanzen werden. Der Favorit ist “Oblivion“ Astor Piazzolla.

Johanna Broll (Video) und Florian Franke (Foto) haben das Geschehen dokumentiert. Meine lieben Freunde, ich danke euch vielmals für eure Unterstützung an diesem Abend.

Ich hatte heute den ganzen Tag sehr gemischte Gefühle. Dafür gab es mehrere Gründe. Vor allem da die Installation heute zum letzten mal aufgebaut wurde, zumindest keine Pläne für die nächste Zeit. Damit ist eine sehr wichtige Phase in diesem Projekt beendet. Mir ist es erst jetzt bewußt, dass das Projekt es zueinem Ende kommt. Das bringt natürlich eine Erleichterung mit sich, das dominante Gefühl, wenn man Monate lang intensiv an einem Projekt gearbeitet hat und sich auf das Ende freut – ob erfolgreich oder nicht. Heute spüre ich aber Melancholie. Etwas geht zu Ende, das mir fehlen wird.

Der andere Grund meiner gemischten Gefühle ist, dass ich mich selbst in eine Rolle versetzt habe, die ich intensiv in den letzten Monate beobachtet, aber noch nie praktiziert habe – nämlich Performance. Ich konnte der Neugier nicht wiederstehen meine Installation selbst auszuprobieren. Klar hatte ich mehrere Gelegenheiten die Installation zu testen, aber in einem anderem Kontext – als Gestalterin, als Entwicklerin, aber nie als Performer.

Die Erfahrung die ich heute gemacht habe war einmalig. Ich war extrem konzentriert auf viele Sachen gleichzeitig – mein Tanzpartner, meine Crew, die Musik, das Licht, die Visualisierung, die Technik, das Tracking…und der Tanz selbst. Es hat lange gedauert, bis ich meinen Kopf für meinen Partner befreien konnte. Gegen Ende des Abendes ist es mir endlich gelungen, mich allein auf die Musik und den Dialog mit ihm zu konzentrieren. In diesen wenigen Minuten veränderte sich das gesamte Empfinden vom Tanz und Musik. Diese Erfahrung war der beste Abschluss für das Projekt, den ich mir wünschen konnte, vor allem wenn ich gar keine Erwartungen hatte.

Es hat gedauert, bis ich aufgehört habe während des Tanzes mir die Projektionen anzuschauen.

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