Tango ist laufen in Umarmung.

Posted in: - Oct 30, 2010 No Comments

Tango ist laufen
in Umarmung.

El Abrazo, die Umarmung –
jeder Tango beginnt hier!

In der Umarmung zwischen Mann und Frau während des Tanzes spielt der Kontrapunkt eine wesentliche Rolle. Der Mann, der die Frau führt und ihr Raum gibt für ihren Ausdruck, muss in diesen Ablauf seinen eigenen Ausdruck, seine eigene Melodie hinein verweben und kontrapunktieren. Die beiden Linien des Tanzes, die männliche und die weibliche, müssen im Tanz miteinander verwoben werden zu einem großen Ganzen, so dass die Oberkörper in der Umarmung verbunden bleiben, während die Beine und Füße ihrem eigenen, nicht unbedingt symmetrischen Ablauf folgen.

Tango Tanz

Kurze Historie und aktuelle gesellschaftliche Relevanz

Ursprünglich entstand der Tango Argentino in den Einwanderervierteln von Buenos Aires in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber auch Urugay hatte Einfluss auf seine Form und Entwicklung, der sich ausgehend von Paris und Berlin in den letzten Jahrzenten schnell auch in Europa verbreitete. Trotz seiner internationalen Verbreitung wurde der Tango bis heute keiner Standardisierung unterworfen, sondern konnte sich seine Vielschichtigkeit und Individualität bewahren. Der Tango ist „die getanzte Geschichte der Liebe in ihren unterschiedlichen Schattierungen, sich ewig wiederholend, variierend und immer neu.“ Der Tango fordert von seinen Tänzern die Verwirklichung des Idealbildes des Eros und ist geprägt von der Polarisation.

Eine erste Polarisation ist die maximale zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen. Im Tango übernimmt der Mann immer die Führungsrolle, seine Tanzpartnerin folgt. Doch wird beiden Tanzpartnern während des Tanzes nicht nur eine einseitig männlich bzw. weibliche Position zugeordnet, vielmehr geht es darum, beide Anteile, männliche und weibliche in sich selbst und als Paar zu vereinigen. Dies scheint auch ein Grund für die große Popularität des Tangos in Europa zu sein. Die Geschlechterrollen haben sich in den letzten 100 Jahren stark verändert und die Polarisation der Geschlechter wurde im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aufgehoben. Dies führte zu einer großen Unsicherheit über das eigenen Verständnis von Mann und Frau und bei vielen zur Negierung der eigenen geschlechtstypischen Eigenschaften zugunsten der gegengeschlechtlichen. „Dadurch jedoch, dass viele Männer das männliche negierten und die Frauen das Weibliche, nahmen auch Leidenschaft und Anziehung ab.“ Der Tango bietet eine ideale Grundlage, um sich dem eigenen Pol wieder anzunähern, positiv zu bewerten und gleichzeitig auch die gegengeschlechtlichen Anteile zu entwickeln, um ein besseres Verständnis für die eigenen aber auch die Bedürfnisse des Partners zu entwickeln.

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