Sequences: Matrix

Matrix stellt die einzelnen Sequenzen als Kreisdiagramm dar, so können einzelne Abweichungen besser erkannt werden. Die Messparameter werden auf vier Ebenen dargestellt. Jede Ebene besteht aus einem oder mehreren Tracking-Parametern und einem daraus abgeleiteten Composite Parameter. Die Tracking-Parameter werden dargestellt vom Zentrum nach Außen, die jeweiligen Composite Parameter in die entgegengesetzte Richtung. In diesem Modus gibt es zwei Darstellungsoptionen: Regular und Distributive.

In der REGULAR Darstellung wird die Sequenz als Segment des Kreises dargestellt. Die Länge des Segments bezeichnet die Dauer der Sequenz.

In der DISTRIBUTIVE Darstellung werden die Messwerte der Sequenz im Kreis verteilt. Je länger die Sequenz, desto dichter das Diagramm.

Tanzanalyse: Beispiel 1

M1

Die zwei Spitzen bei Motion Qty mit bruchartigen Differenzen können lineare Schritte mit Richtungswechsel bedeuten.

T1

Die symmetrische Treppe bei D.Index weist auf einen doppelten Richtungswechsel hin.

M2

Weiche Dynamik bei Motion Qty – keine Schritte und rotierende Bewegungen.
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M1+T1

Die Dynamik bei diesen Parametern deutet evtl. auf Ochos hin. Je stärker der Bruch bei Velocity und Motion Qty, desto expressiver ist der Ocho.

M2+T1

Diese Konstellation weist auf Voleos hin.
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Tanzanalyse im Distributive Modus: Ausschnitt ca. 35 Sec

Tanzanalyse: Beispiel 2

M

Motion Moment: Motion Qty, Velocity, Acceleration, T.Index, Motion Qty Contrast, Perimeter Contrast

S

Shape Info: Compactness, Perimeter and Area.

T

Trajectory: T.Index und D.Index
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GEWICHTSÜBERTRAGUNG

Hier findet eine betonte Gewichtsübertragung bei der Dame statt. Die Füße der beiden Tänzer sind auf dem Boden, es werden keine Schritte durchgeführt. Die Übertragung des Giwichts verschiebt das gemeinsame Barycenter, als Folge des Richtungswechsels.

VOLCADA – KIPPEN

Das Kippen geschieht, in dem der Herr mit einem Schritt rückwärts die Dame in die Schräglage bringt und für sie Raum für einen Schritt nach vorne öffnet. Je größer der Rückwärtsschritt des Herren, desto mehr raum hat die Dame für ihren Ausdruck. Obwohl die Oberkörper angelehnt bleiben, zeigen die Messwerte eine “offenene“ Haltung, da die Füße bei den Tänzern weit vom Körper entfernt sind..

GIROS – DREHUNG

In dieser Sequenz findet eine 360° Drehung statt, die aus zwei Teilen besteht: auf einen Schritt und der synchrinen drehung der Oberkörper folgt eine 180° Drehung, dann führt er sie in eine Moulinette (rück-seit-vor-seit-Schrittfolge) um sich herum, er dreht erneut den Oberkörper und beendet die zweite Rotation.

WIEDERHOLENDE ELEMENTE

Diese Sequenzen fallen durch ihre Ahhllichkeit in der Dynamik der Parameter auf. Die extremen Contrast-Werte und stets wechselnden Compactness deuten auf viele Schritte und Translation im Raum hin. Andererseits zeigt T.Index viel Bewegung auf der Stelle. Dieser Widerspruch wird durch die extreme Verschiebung des Barycenters erklärt. Diese Verschiebung entsteht durch die offene (fast aufgelöste) Haltung der Tänzer.

OCHO – ACHT

In dieser Sequenz wird die Dame in zwei Ochos rückwärts geführt – nach einem Schritt folgt eine Rotation, die Dame schließt Ihre Füße (ein Ocho). Mit dem nächsten Schritt rückwärts folgt der zweite Ocho. Das Segment Stelle-Translation-Stelle im Bereich T5 kombiniert mit Formkörzungen an nicht-translationen Stellen deuten auf die Rotationen am Ende der Schritte hin.

In die Musik einfühlen…


Die ersten 20 Sekunden des Tanzflußes zeigen auf wenige Kürzungen in der Körperform. Die Werte des D.Index-Bereichs sind hoch – ein Zeichen für überwiegend geradelinige Bewegungen im Raum. Im weiteren Verlauf des Tanzes ist dieses Verhalten der Tänzer eher untypisch. Vermutlich haben sie einige Sekunden gebraucht, um die Stimmung des Musikstückes zu erfühlen.